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Meyer, erzähle uns von dir
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    Mal ein brauchbares #Rezept von Google+ ins Blog upgraden (hatte ich selber schon wiedervergessen): Mangold-Kartoffel-Gratin-Grundrezept. Öfter mal #Mangold wagen.

    1. Eine Auflaufschale fetten und mit gekochten Kartoffelscheiben auslegen (Abgusswasser aufbewahren).

    2. Darauf irgendwas nach Wahl auflegen, zum Beispiel eine Dose Erbsen und Möhren (Abgusswasser aufbewahren) oder auch einfach nichts.

    3. Mangold (etwas mehr Gewichtsanteil als die Kartoffeln) waschen, grob schneiden, in kochendem Salzwasser blanchieren oder für die Matsche-Liebhaber direkt ein paar Minuten drin lassen. In letzterem Fall das Abgusswasser für die Soße aufbewahren.

    4. Der Trick liegt wie immer in der Soße:

      • Genug gewürfelte Zwiebeln glasig anbraten. Wenn man mag mit Hack, muss aber nicht. Dazu kommen nach Lust und Laune frische Pilze oder Ähnliches.
      • Nun mit den diversen Abgusswassern ablöschen, nicht zu viel davon, sonst hat man einen Eintopf.
      • Wer es opulent treibt, kippt einen Pott Sahne dazu oder Crème fraîche oder ein, zwei Ecken Schmelzkäse, ein ordentlicher Schluck Milch tut es aber auch. Oder alles zusammen, arrr.
      • Ordentlich würzen: Pfeffer, gutes Salz, eine Spur Ingwer.
      • Hauptbelastungszeugen sind dann Muskat und nicht zu viel Zimt für die Moussaka-Note.
      • Wer mag, gibt Brühepulver zu, funktioniert aber auch ohne.
      • Etwas Schärfe und Geschmacksabrundung bringt dann ein guter Wurf Harissa.
      • Guter Senf mit eigenem Charakter (wie Düsseldorfer ABB Mostert) schadet nicht und bringt einen spannenden Twist in die Sache, die aber die Gästekompatibilität senkt, also vorher fragen.
      • Wenn es etwas steifer werden soll, noch ein oder zwei Eier dazu geben, ohne ist halt flüssiger.
      • Wenn das alles eine sämige Soße ergibt und man mit dem zu intensiven Geschmack zufrieden ist, rauf auf die anderen Zutaten. Ob man Soße oder Mangold zuoberst stapelt, ist ein echter Unterschied: Mangold oben bewahrt den typischen Geschmack und lässt die Soße den anderen Zutaten; Soße oben bügelt den Mangold-Geschmack ziemlich raus und macht ein gemeinsames Essen daraus. Ich bin für Mangold oben.
    5. Käse drauf, die Sorte ist wichtig, aber Geschmachssache: Gouda, Emmentaler, Gratinmischungen, Raclettekäse, Parmesan, passt alles irgendwie. Ich tendiere zu sparsamem Emmentaler-Auftrag mit Parmesan-Krone. Raclettekäse ist recht dominant, ergibt aber eine schöne Decke und ist allemal interessant.

    6. Im Grunde ist alles schon fertig, wie lange man das Gratin also im Ofen lässt, ist recht egal. 25 Minuten auf 180 Grad ist ein brauchbarer Grundwert, im Grunde würde aber auch ein paar Minuten unterm Grill reichen (Vorsicht: Bloß blanchierter Mangold bleibt dann recht knackig). Wenn mit dem Gefühl alles stimmt, dann kriegt man das schon hin.

    Am Ende hat man mit überraschend wenig Aufwand einen sehr spannenden und nicht gar so alltägliches Gratin geschaffen. Die gute Nachricht: Die meisten Zutaten sind recht beliebig austauschbar und wen die Moussaka-Note nervt, der lässt auf Kosten der Spannung Muskat und Zimt weg.

    Das Ganze funktioniert wahrscheinlich auch prima als Lasagne statt der Kartoffelbasis, muss ich mal ausprobieren. Blattspinat statt Mangold geht auch, ändert aber die Geschmacksrichtung in eine komische Richtung. Ich würde auch mal Rosenkohl ausprobieren wollen, aber vielleicht besser nicht unbedingt zusätzlich zum Blattgemüse, sondern stattdessen. Wirsing? Das geht wahrscheinlich zu weit. Grünkohl? Verwegen, könnte aber sogar funktionieren. Wer probiert das aus?


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    Na sowas. Seit über zehn Jahren wasche ich meine Wäsche nun selber und gerade erst dringen einige wichtige Erkenntnisse in mein Bewusstsein vor, die mich zu dem Schluss kommen lassen, dass ich die ganze Zeit ein zerstörerisches Fehlwaschverhalten an den Tag gelegt habe. Ich bekenne, ich habe immer alles mit Vollwaschmittel gewaschen. Außer ganz feine Sachen, von denen ich im Grunde keine besitze, und Wolle, die ich auch so selten wasche, dass ich dafür oft extra erst passendes Waschmittel kaufen muss. Die einzige Wäschetrennung, die ich bisher getätigt habe, ist nach Temperatur: 60° und Trockner für die unempfindlichen Sachen, Socken, Unnerbuxen und Handdtücher. 40° für normale Sachen und 40° mit Schweißprogramm für meine Hemden und bedruckten T-Shirts. 30° für die Sachen, die rätselhafterweise nur mit einer Temperatur gewaschen werden dürfen, die unter der Körpertemperatur von Menschen liegt. Darf man so Sachen eigentlich direkt am Körper tragen, wenn sie feucht werden können? Wie auch immer.

    Wie der Zufall es will, besitze ich mehr oder weniger keine weißen Textilien, so dass eine Trennung nach Buntwäsche und Weißwäsche nicht sinnvoll ist. Aber, und das ist das Problem, ich habe meine dunkle Buntwäsche immer mit Vollwaschmittel gewaschen, weil mir schlicht der Unterschied nicht so klar war und die Sache mir auch egal genug, um den Unterschied herauszufinden. Denn: Das alles hat immer prima funktioniert, meine Buntwäsche ist keineswegs total ausgeblichen. Es kann sein, dass die Sachen in der Regel kaputt sind, bevor sie so oft gewaschen wurden, dass sich ein nennenswerte Ausbleicheffekt einstellen kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass Vollwaschmittelgel nicht so aggressiv ist. Nun weiß ich aber, dass eben genau das der Unterschied zwischen Voll- und Colorwaschmittel ist: Vollwaschmittel bleicht in irgendeiner Form die Textilien (weißer als weiß), Colorwaschmittel unterlässt das aus naheliegenden Gründen.

    Zufälligerweise habe ich bereits eine Flasche Colorwaschmittel gekauft, kurz bevor ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, weil mir zwar der Unterschied nicht klar war, aber mir aufgefallen ist, dass ich mir andererseits auch keinen Zacken aus der Krone breche, wenn ich zwei verschiedene Waschmittel kaufe und verwende, ohne zu wissen warum. Colorwaschmittel ist nicht mal teurer. Nun weiß ich jedenfalls auch, warum. Sehr beruhigend, denn ich mache ungerne Dinge, die man halt so macht, ohne zu wissen warum.

    Aber es geht noch weiter: Aus Angst vor dem Einlaufen habe ich meine T-Shirts und Hemden immer gesondert gesammelt, mit dem Schweißprogramm der Waschmaschine bei 40° gewaschen und dann liebevoll aufgehängt. Letzteres dauert eine halbe Ewigkeit und sollte vor allem verhindern, dass die Seitennähte irgendwann an Bauch und Rücken auskommen. Das hat so mittel gut funktioniert und hat nebenbei dafür gesorgt, dass meine T-Shirts immer merkwürdig hart waren (und trotzdem leicht müffelig). Nun haben wir einen neuen Trockner und ich habe mich erstmals getraut, so eine Ladung im Baumwoll-Schonprogramm zu trocknen. Naja, es gibt auch neue Rumpfkluft-Motive und meine T-Shirt-Schublade ist übervoll, meine Risikobereitschaft ist also relativ hoch. Ergebnis: Scheinbar ist nichts eingelaufen und die Wäsche ist wunderschön weich und hängt vor allem nicht tagelang müffelnd in der Wohnung im Weg herum. Wie es scheint ein Sieg auf ganzer Linie.

    Demnächst muss ich mal meine Hemden gesondert behandeln, denn der Trockner hat eine Dampffunktion. Dabei werden die maximal 2,5kg Hemden nur bügeltrocken, aber eben angeblich so weit knitterfrei, dass sich ein deutlicher Vorsprung gegenüber direkt aus der Maschine auf Bügel gehängten Hemden ergibt. Das ist gut, weil ich meine Hemden für gewöhnlich gar nicht bügele. Ich bin gespannt.

    Die Dampffunktion hat aber noch einen weiteren Trick auf Lager, nämlich das Auffrischen von Textilien, die man nur reinigen lassen darf. Also Anzugsakkos, Kostüme, Mäntel und solche Sachen. Da geht es darum, dass man sie durchaus noch mal anziehen könnte, aber weiß, dass man ein wenig müffelig im Büro ankommen würde. Nicht schlimm genug, dass es auffällt, aber eben schlimm genug, dass man sich nicht wohl fühlt. Hier springt die Auffrischfunktion ein, die in etwa das gleiche macht, wie ein manuelles Aufbügeln.

    Spannend, was so ein Trockner alles kann. Der alte hat einfach nur getrocknet und dabei das dreifache an Strom verbraucht. Der neu hat auch Programme für Dessous und Kopfkissen. Was er beim Dessous-Programm anders macht als bei den Feinprogrammen, ist mir nicht ganz klar, aber das Kopfkissenprogramm ist eine prima Idee: Es hört nicht mit dem Trocknen auf, wenn der Feuchtigkeitssensor die Wäsche für trocken befindet, sondern macht noch eine ganze Weile weiter. Wer schon mal versucht hat, dick gefütterte Sachen oder eben Kopfkissen im Trockner zu trocknen, wird das Problem kennen: Innen ist es noch feucht und außen trocken, was nicht so recht hilfreich ist. Zudem hat er eine schicke Trommelinnenbeleuchtung, die in unserem funzelig beleuchteten Waschkeller ein echter Mehrwert ist. Und m,an kann durch die durchsichtige Tür beim Trocknen zusehen. Und er hat eine Restzeitanzeige, die wahnsinnig lange Laufzeiten voraussagt, aber im Gegensatz zur Waschmaschine dann schon nach der Hälfte der Zeit fertig ist, weil die Wäsche schon gut geschleudert war und nicht die vollen 8kg schwer, die er vertragen würde. Insofern ist die Restzeitanzeige das unsinnigste Extra weit und breit. Aber die gibt einem das gute Gefühl, ha, schneller gewesen! Und er reinigt seinen Kondensierer selber, das ist ja ein echtes Killerfeature, wenn man den Trockner im Keller und die Dusche in der Wohnung hat.

    Ich mag den Trockner. Aber auch der hat Programme für Pflegeleicht und Mix, wo ich mich immer frage, was da wohl für Wäsche rein gehört. Habe ich einfach keine solche Wäsche? Oder gehe ich mit meinen Textilien zu harsch um, wenn ich sie fast ausschließlich im Bunt eco Programm wasche oder dem für Fein/Wolle/Seide oder eben Dessous? Und macht das Dessous-Programm etwas anders als das für Fein/Wolle/Seite? Also außer einem recht unmissverständlich klar machen, dass man feine teure Wäsche vorzugsweise separat wäscht? Das hilft übrigens nicht nur gegen die gefürchtete BH-Bügel-Krankheit, mit der viele Frauen dem Vernehmen nach sehr zu kämpfen haben. Naja, wenn ein 8kg-Haufen Wäsche in nass auf so einen Bügel einwirkt, braucht man sich nicht wundern, wenn er bricht oder sich den Weg ins Freie bahnt und dann die Pumpe blockiert. Aber das ist eine andere Geschichte.


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  • 03/14/15--10:09: Da kommen wir durcheinander
  • In einem Moment egoistischer Vorteilsnahmeaussicht und auch weil wir gerade daran vorbeikamen, waren wir wegen verschiedenen Angeboten mal wieder bei Kaiser's. Ich hatte ja neulich bereits nicht besonders freundlich über Kaiser's geschrieben, aber heute habe ich noch etwas hinzuzufügen.

    Denn keines der in der Werbung zu interessanten Preisen angebotenen Produkte war im Markt zu diesem Preis ausgezeichnet, im Gegenteil prangten überall die ein wenig über dem Wettbewerb liegenden Standardpreisschilder. Da tatsächlich mal eine Mitarbeiterin zugegen war, hatten wir die Gelegenheit nachzufragen. Doch doch, die Angebote seien noch gültig, aber man tausche die Preisschilder immer schon am Samstag ab mittags aus, weil man sonst durcheinanderkomme.

    IHR KOMMT DURCHEINANDER??!? Ihr verwirrt jede Woche Eure Kunden für einen halben Einkaufstag mit falschen Preisauszeichnungen, damit Ihr nicht durcheinander kommt? Ernsthaft? Ich vermute ja eher, dass der wahre Grund lautet: Kein Bock nach Feierabend oder Montag vor Ladenöffnung die Preisschilder auszutauschen, da machen wir das lieber, wenn es uns gerade in den Kram passt. Da hätte ich sogar ein wenig Verständnis für. Am Samstag, ab etwa eine Stunde vor Ladenschluss. Kein Verständnis habe ich am Samstag Mittag dafür.

    Immerhin haben sie die neuen Preise nicht, um nicht durcheinander zu kommen, auch im Kassensystem bereits wieder angehoben. An der Kasse hatten wir uns schon auf Diskussionen eingestellt.

    Ich frage mich, ob diese Praxis der Kaiser's-Zentrale gefällt und ob es klare Regeln für die Handhabung der Abgebotsauszeichnung gibt. Wobei ich eher davon ausgehe, dass der Kaiser's-Zentrale sowas recht herzlich egal ist.


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  • 05/15/15--07:00: Was? Eine 4 in Erdkunde?
  • Gerade habe ich beim Wegheften von Unterlagen an alten Zeugnissen vorbeigeblättert und da blieb mein Blick bei einem ausreichend hängen. Nanu? Ach ja, Latein in der 7. und 8. Klasse, da war sogar meine einzige jemals erlebte Zeugnisfünf dabei. Aber erschütternderweise war da noch ein zweites ausreichend in der 7. Klasse, wo ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann, wie es dazu gekommen sein könnte: #Erdkunde. Ausgerechnet Erdkunde. Der Lehrer war ein harter Hund, ja, aber eine 4 in Erdkunde? Ob ich für Siebtklässlerrenitenz abgestraft wurde? Ich weiß es wirklich nicht mehr. Bei dem musste ich sogar mal vor die Tür, weil ich beim lustigen Finger-zwischen-Tischen-einklemmen-Spiel verloren hatte und die Tische mangels fremder Finger im Zwischenraum recht laut zusammenknallten, was mir die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lehrers sicherte. Danach und davor gab es in Erkunde nur Zweien und Einsen, wie es sich für so ein interessantes Fach gehört, auch später im LK.

    Auch interessant ist die Lateinnote im Verlauf, denn nach einem Lehrerwechsel sprang ich von 4 bis 5 in der 7. und 8. Klasse auf eine konstante 3 bis zum #Latinum, während die meisten anderen um eine bis zwei Noten abrutschten, weil, harter Hund und so. Der erste Lehrer hatte zuvor alle meine Brüder gehabt und hatte eine scheinbar vorgefestigte Meinung von mir. Oder lag es an meiner Weigerung, Lateinvokabeln auswendig zu lernen und dem Umstand, dass wir ab der neunten Klasse mit Wörterbüchern arbeiten dürften, was mir natürlich sehr entgegen kam? Im gleichen Atemzug wurden nämlich die Texte schwieriger (Ovid, Karl der Große). Da helfen einem auswendig gelernte Vokabeln nicht mehr, dafür Textgefühl und eine flotte und systematische Nutzung des Wörterbuchs. In der 11, kurz vorm Latinum habe ich sogar zusammen mit einem Leidensgenossen, immer die (erschreckend umfangreichen) Lateinhausaufgaben gemacht. Das war ein großer Spaß, denn wenn man per brute-force-Angriff konsequent mehrere Wörterbücher befragt, findet man bisweilen gar lustige Bedeutungen, die sich in den Übersetzungen humoristisch verwerten lassen. Die Liste mit allen vorkommenden Wörtern in ihrer Reihenfolge haben wir auf dem Computer gepflegt und haben uns dann kreativ-kombinatorisch Satz für Satz durch den Text gepflügt. Irre viel Aufwand, aber letztlich ziemlich kurzweilig. Deswegen haben wir uns auch immer gemeldet, unsere kreative Übersetzung vorlesen zu dürfen. "Was, Milch männlicher Fische? Jetzt treiben Sie es aber zu bunt!""Ne, hier in dem einen Pons steht das so drin.""Na gut, fahren Sie fort mit Ihrer Posse." Das hatte auch den für die anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer angenehmen Nebeneffekt , dass niemand unfreiwillig fürs Vortragen der Hausaufgaben aufgerufen wurde. Und es gab oft genug was zu lachen. Hach, #Latein. Nachtrag: Ich ahnte es beim Schreiben schon, aber die Story habe ich in ähnlicher Form bereits 2011 niedergeschrieben.

    In der Oberstufe war meine schlechteste Note immer #Sport gewesen, egal, wie sehr ich mich angestrengt habe. Maßgeblich waren bei dieser Lehrerin nämlich diese für mich unerreichbaren Tabellenwerke, wo Leichtathletikzeiten und -werte in Noten umgerechnet werden. Ein wirklich gutes Gefühl, dank ausreichend vieler anderer Kurse die Sportnoten einfach aus dem Zeugnis streichen zu können.

    Mein Sportunterricht lief übrigens in etwa so ab: "Lauft mal 5000m!""Nö, nach Ihrer Tabelle bekomme ich da sowieso eine 6 mit meiner Zeit, da kann ich mir bei der Hitze die Mühe auch sparen.""Ach kommen Sie, das passt schon!""Na gut"schwitz, keuch, mit unsportlichen Mädels mitlauf"Meyer, für die Zeit muss ich Ihnen leider eine 6 geben, die Damen bekommen nach meiner Tabelle eine 3." Ich habe etliche Jahre gebraucht, um wieder Spaß an Sport und vor allem Laufen zu entwickeln.


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    Wenn man Freiberufler ist oder Selbstständiger, dann ist es immer höchst schwierig, herauszufinden, wie viel man eigentlich verdient hat. Aus dem Grund schere ich mich nicht groß darum, solange die Konten gut gefüllt bleiben. Aber manchmal muss man sein Einkommen benennen und dann ist man oft ziemlich am Arsch, weil diejenigen, die das taxieren, das meistens sehr unsauber handhaben. Das liegt unter anderem an folgenden Umständen:

    a) Wer naiv an die Sache dran geht, zieht vom in der Steuererklärung angegebenen Gewinn den (hoffentlich wenigstens) dazu passenden Steuersatz ab und teilt das Ergebnis durch 12. Wer es sich besonders leicht macht, zieht einfach aus Unkenntnis der Steuerprogression irgendeinen, viel höheren Steuersatz ab, das habe ich selber schon erlebt. Wenn man das macht, wird man sich wundern, wie man im Leben denn bislang klar gekommen ist. Warum? Man gibt einen Haufen Geld genau dafür aus, dass diese Zahl möglichst gering ausfällt (Steuerberater, teure Anschaffungen inkl. jahrelanger Abschreibungen etc.).

    b) Mindestens sollte man also die in der BWA (Betriebswirtschaftliche Abrechnung, die der Steuerberater regelmäßig erstellt) aufgelisteten Abschreibungen diesem Betrag wieder zurechnen, weil man Abschreibungen ja gerade nicht bezahlt hat, sondern sie lediglich kalkulatorisch im zu versteuernden Betrag berücksichtigt. Wenn man etwa einen bar bezahlten Dienstwagen abschreibt, ist das ein ordentlicher Batzen Steuererleichterung über mehrere Jahre, das Geld ist aber zu einem früheren Zeitpunkt längst abgeflossen und belastet das real verfügbare Einkommen gerade nicht mehr.

    c) Dann hat man in der BWA noch einen Posten sonstiges. Dort sind alle möglichen Ausgaben berücksichtigt, die man von der Steuer absetzt und nicht über einen längeren Zeitraum abschreibt. Da ist also tatsächlich Geld geflossen, also Sachen wie Miet- und Nebenkostenanteil für das Büro, Telefon, Internet, der Steuerberater, Geschäftsessen, you name it. Da kommt wirklich einiges zusammen, was man als Angestellter von seinem Nettoeinkommen bezahlen muss und das man deswegen in einer realistischen Betrachtung für Freiberufler und Selbstständige wieder herausrechnen müsste. Das Problem ist, dass man nicht genau weiß, wie viel denn letztlich. Also wenn man sich nicht die Mühe macht, jeden Posten einzeln anzufassen und zu bewerten. Insofern ist es schon okay, diesen Posten erst mal so stehen zu lassen und die Sache an anderer Stelle zu berücksichtigen.

    Nun sieht das Ergebnis schon wesentlich realistischer aus und deckt sich auch vermutlich eher mit dem erlebten Einkommen. Es geht aber noch weiter, denn Finanzberater fangen jetzt gerne mal an, der Einfachheit halber Pauschalen für Lebenshaltung und Nebenkosten anzusetzen.

    d) Wenn man den Posten sonstiges weiter oben erst mal so stehen gelassen und voll vom Einkommen abgezogen hat, stimmt hier nämlich die Pauschale nicht, die man für Angestellte üblicherweise ansetzt, weil man dann in sonstiges bereits enthaltene Kosten hier nochmal ansetzen würde. Das gilt ganz offensichtlich für so Sachen wie Telefon, Internet, Mobilfunk, Energiekostenanteile, Mietkostenanteile, Mobilitätskosten (Auto, Monatskarten) und all diese Sachen, die man so von der Steuer absetzt. Man muss also entweder hier eine deutlich geringere und Freiberuflern angemessene Pauschale ansetzen oder eben oben eine Kompensation im Posten sonstiges berücksichtigen. Oder solche Pauschalrechnungen korrekterweise ganz bleiben lassen.

    Leider kommen die wenigsten potenziellen Vermieter und Finanzberater mit diesen Umständen klar und vereinfachen sich die Sache unzulässig, meistens wie in a) beschrieben. Und dann bekommt man die Wohnung eben nicht oder den Kredit oder was auch immer, weil es dann so aussieht, als würde man nur die Hälfte eines Angestellten verdienen und krass am Hungertuch nagen. Fragt mal bei Selbstständigen und Freiberuflern im Bekanntenkreis herum, die nicht qua Gebührenordnung im Geld schwimmen und Kunden bei auf ihren Berufsstand spezialisierten Finanzinstituten sind. Die haben alle so ihre Geschichten.

    Mir hat mal einer erzählt, dass er eine unerwartete und kurzfristige Umsatzsteuernachzahlung im mittleren vierstelligen Bereich hatte (war mündlich mit dem Finanzamt anders besprochen, ein guter Grund übrigens für einen Steuerberater). Damit war die kurzfristige Finanzplanung komplett überfordert und die Bank hat alle weiteren Einnahmen auf dem Konto erst mal behalten. Die Bank war aber auch nicht bereit, ihrem langjährigen Kunden aus diesem Liquiditätsengpass mit dem Einräumen einer entsprechenden Kreditlinie auszuhelfen. Im Ergebnis war derjenige eine Weile faktisch zahlungsunfähig, bis das Defizit aus eigener Kraft wieder ausgeglichen war. Gut, wenn man dann irgendwo Rücklagen auflösen kann.

    Die Geschichte bestätigt mir zwei Punkte, die ich von Anfang an eisern durchziehe: Erstens braucht man einen Steuerberater und wenn die Einnahmen das nicht zulassen, weil der alles andere als umsonst arbeitet, sollte man was anderes machen. Punkt. Zweitens muss man seine mögliche Steuerschuld immer flüssig haben. Ich betreibe dazu ein Tagesgeldkonto und lege dort von jedem Zahlungseingang die Umsatzsteuer und einen gut gepolsterten Einkommenssteueranteil drauf. Wenn dann USt und ESt fällig werden, wird das zu viel zurückgelegte Geld frei und ich kann mich über einen unverhofften Bonus freuen. Nebeneffekt ist, dass man immer einen gewissen Batzen Geld sofort griffbereit herumliegen hat, mit dem man notfalls kurzfristige Liquiditätsengpässe beseitigen kann. Das will man eigentlich vermeiden, denn das Geld wird halt auch irgendwann fällig, aber wenn es einen mal hart trifft, ist man nicht gleich zahlungsunfähig und hat eine ganze Weile Zeit, das wieder aufzufüllen. Und wenn da stets fünfstellige Beträge herumliegen, ist eine Bank zudem durchaus mal eher bereit, einem passende Kreditlinien einzuräumen. Wer Geld hat, hat keine Geldprobleme (außer zu geringen Anlagezinsen).

    Ach ja, es gibt noch einen weiteren ungünstigen Effekt, der auftritt, wenn jemand nur ein einzelnes Wirtschaftsjahr betrachtet, was häufig vorkommt: Bei mir und vermutlich vielen anderen Leute ist es so, dass ich zum Jahresende noch mal einen Haufen größere Rechnungen stelle und nicht alle davon werden noch im gleichen Jahr bezahlt, was für meine Steuerschuld in dem Jahr natürlich günstig ist. So schwankt das Jahreseinkommen teilweise um einen nicht geringen zweistelligen Prozentanteil. Man muss bei Leuten wie mir, die nur wenige große Rechnungen im Jahr stellen, also eigentlich immer mehrere Jahre betrachten, um zu einem in beide Richtungen halbwegs passenden Ergebnis zu kommen. Das wiederum nivelliert mittelfristige Einkommensveränderungen recht deutlich raus, was die Bewertung auch wieder verkompliziert.

    Wenn ich also jemanden taxieren müsste, würde ich aktuelle BWAs hernehmen und damit schauen, was zuletzt so passiert ist. Dann würde ich mir die Abschluss-BWAs der letzten Jahre ansehen und schauen, wie stark die schwanken und ob es da einen klaren Trend gibt. Und dann würde ich mit demjenigen sprechen, wie er diese Schwankungen und Trends plausibel erklären kann. Denn sehr oft gibt es sehr gute Gründe für größere Schwankungen, etwa einen Autokauf, größere Forderungsausfälle außer der Reihe, einzelne besonders gut bezahlte Aufträge und solche Sachen. Erst damit kann ich eine halbwegs verlässliche Abschätzung über den Status Quo und die nahe Zukunft treffen.

    P.S. Ich habe mein Geschäftskonto genau einmal am Anfang meiner freiberuflichen Tätigkeit für ein paar Tage überzogen, weil ich verpennt hatte, die fällige USt rechtzeitig vom Tagesgeldkonto zurückzuholen. Seitdem bimmelt es in meinem Kalender rechtzeitig, bevor die USt einmal im Quartal abgebucht wird. Zu der Zeit musste ich aber auch immer mal wieder auf meine Steuerrücklagen zurückgreifen, weil manche Kunden sich gerne mal ein paar Wochen länger Zeit nehmen, Rechnungen zu begleichen. Eine Lehre, die ich daraus gezogen habe, ist das eiserne Pochen auf Einhaltung des vereinbarten Zahlungsziels. Und wenn ein Kunde das mehrmals deutlich reißt, kündige ich die Zusammenarbeit auf, egal wie gut der Kunde letztlich ist. Wenn es nur eine Rechnung ist, stelle ich weitere Arbeiten so lange ein, bis sie bezahlt ist, egal wie wichtig das Tagesgeschäft gerade ist. Das ist manchmal hart, aber schützt einen vor größerem Ärger und ich möchte auch einfach nicht mit Kunden zusammenarbeiten, die nicht zügig und regelmäßig bezahlen. Und ich lasse mir auch keine nachträglichen Ausreden mehr gefallen. Wenn die Buchhaltung überfordert oder im Urlaub ist, dann muss ein ordentlicher Geschäftsbetrieb trotzdem möglich sein und genau für solche Fälle räume ich ja bereits mehrere Wochen Zahlungsziel ein. Ich trete in der Regel mit meiner Arbeit in Vorleistung und das ist auch okay so, aber dann muss auch das Geld nach Abschluss des Projekts zügig fließen.


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    Vor vielen Jahren habe ich bei einem Kunden OpenStage-VoIP-Telefone von Siemens eingerichtet: zwei an der Rezeption, eins im Büro. Ärgerlicherweise gab es da zwei Inkompatibilitäten bei der Fritz!Box und den Telefonen, die dazu geführt haben, dass wir letztlich auf einer zweiten #Fritz!Box eine Freetz-Firmware installiert haben, auf der ein #Asterisk lief. Das war so mittel stabil, weil die USB-Sticks, auf dem das Asterisk jeweils instaliert war, etwa ein Jahr hielten und dann nicht mehr ansprechbar waren. Das ließ sich jeweils durch einen neuen Stick und das einkopieren der bekannten Konfigurationsdateien beheben, aber dann ist so lange jedes mal die gesamte Telefonie ausgefallen.

    Nun hatten wir die Schnauze voll und haben eine neue Lösung gesucht. Telefonanlagen sind für unseren Einsatzzweck viel zu komplex und kompliziert, denn eigentlich brauchen wir eben nur drei Nebenstellen, die sich gegenseitig Gespräche weiterleiten können und die man mit einem TAPI-Treiber an die Terminverwaltungssoftware anbinden kann, so dass eingehende Gespräche zugeordnet und ausgehende Gespräche aus der Software heraus gewählt werden können. Die ganzen anderen Funktionen verwirren eigentlich mehr als sie nützen.

    Eine Telefonanlage als Software-as-a-Service (Sipgate Team oder Placetel) kam nur als Fallback in Frage, weil die Telefonie samt Flatrate bei der Telekom beibehalten werden sollte.

    Die Lösung, die wir jetzt im Einsatz haben, ist erstaunlich unkomplex und funktioniert bislang prima. Wir haben einfach drei #Snom 760 VoIP-Telefone gekauft, die momentan preislich recht passabel sind und gut aussehen und sich auch gut anfühlen. Dazu die TAPI for snom vom gleichen Hersteller, von dem wir zuvor auch erfolgreich die TAPI for Asterisk im Einsatz hatten. Die kostet pro Installation 8€, was sehr überschaubar ist. Die TAPI spricht direkt mit den snom-Telefonen über deren praktisches Action-URL-System. Damit sind wir von der verwendeten Telefonanlage unabhängig, was die Komplexität der TAPI-Anbindung schon mal erheblich reduziert.

    Als Telefonanlage dient nun wieder die Fritz!Box 7390, die leider nachwievor ein gravierendes Problem im Betrieb mit SIP-Nebenstellen hat: Die Wählhilfe kann nicht darauf wählen und auch der TAPI-Treiber von AVM ist höchst zickig, weil er SIP-Nebenstellen offiziell nicht unterstützt. Das lösen wir elegant mit der TAPI for snom. Vor allem aber unterstützt die Fritz!Box keinen Blindtransfer, also das Weiterleiten von laufenden Gesprächen, ohne vorherige Rücksprache mit dem Ziel der Weiterleitung. Man muss also erst eine Rückfrage initiieren und wenn die (zweite) Leitung zum Ziel steht, drückt man zwei mal auf den Transfer-Knopf und legt auf. Die Fehlermeldung, dass der Transfer nicht geklappt hat, kann man ignorieren. Das entspricht, je nach Situation, durchaus dem Standard-Workflow, aber so ein Blindtransfer ist schon eine feine Sache, damit man ein Gespräch mit einem Knopfdruck von der Backe hat, wenn man sowieso weiß, dass das Ziel abnehmen wird. Damit können wir erst mal leben, denn ansonsten funktioniert alles. Mit den OpenStage-Telefonen hat leider auch das nicht geklappt, also waren wir seinerzeit gezwungen, irgendeine andere Lösung zu finden. Die Dinger waren aber sowieso eine Zumutung (und dreist teuer), also ist es nicht schade drum.

    Schade ist, dass die Fritz!Box nicht so lustige Spielchen wir Klingelpläne kann. Also etwa dass die öffentliche Nummer erst 10s an der Rezeption klingelt und danach auch im Büro. Umgekehrt dann für die direkte Büro-Nummer. Aber dafür haben wir ein Gerät und gleich mehrere Komplexitätsebenen weniger und das ist Trumpf an der Stelle.

    Wer mehr will, sollte sich unbedingt Placetel oder Sipgate Team mal ansehen, da kann man sich schön austoben und es gibt die magische Autoprovisionierung, so dass man sich nicht mit der Konfiguration der Endgeräte beschäftigen muss.

    Hier noch die Action-URL, die man auf eine beliebige Taste des snom-Telefons legen kann und mit der man eine Rückfrage bei einer fest eingestellten anderen Nebenstelle initiiert:

    http://telefonname.fritz.box/command.htm?key=F_HOLD,20,200;*;*;6;2;1;ENTER

    telefonname.fritz.box ist der DNS-Name oder die IP-Adresse des zu steuernden Telefons (ja, man kann auch andere Telefone steuern und sich zum Beispiel Browser-Bookmarks für sowas anlegen), *;*;6;2;1 bedeutet, dass die Nebenstelle **621 gewählt wird, hier kann, mit ; getrennt jede beliebige Nummer angegeben werden. Das ist es schon. Diese Aktions-URLs sind ein erstaunlich mächtiges Werkzeug, was mir die snom-Telefone sehr sympathisch macht. Yealink hat das wohl auch, aber dafür konnte ich keine so charmante TAPI-Lösung finden. Schade, denn die aktuellen Modelle sehen vielversprechend aus.

    P.S. Ob man den Telefonen direkt die Telekom-SIP-Zugangsdaten hätte geben können und ob die Telekom die Weiterleiterei unterstützt, habe ich nicht ausprobiert, aber dieses Szenario wäre auch möglich gewesen.


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    Man hat eine Dev-Umgebung (in einer VM oder wo auch immer), aber man hat das Projekt so konfiguriert, dass es nur über HTTPS funktioniert? Dann muss ein Zertifikat her, sonst heult Chrome rum, der nimmt nämlich keine dauerhaften Ausnahmen an. Da ich nun schon zum hundertsten Mal ein Zertifikat für ein neues Testprojekt erstelle, habe ich das mal niedergeschrieben, inkl. lustiger Stolpersteine, über die ich jedes Mal stolpere. Und damit ich das nicht jedes Mal wieder machen muss, direkt ein Wildcard-Zertifikat.

    Die Kurzform als Erinnerung für mich:

    1. openssl genrsa -out wildcard.dev.local.key 3072 Ein Key mit 3072 Bit Länge. 2048 Bit gehen natürlich auch und sparen Ressourcen, aber davon hat unser Devserver ja genug.
    2. openssl req -new -sha256 -key wildcard.dev.local.key -out wildcard.dev.local.csr Standard ist oft noch SHA1, solche Zertifikate werden von den Browsern aber bemängelt, also SHA256, sowieso immer!
    3. Alle möglichen Daten für das Zertifikat eingeben (letztlich egal, sieht ja keiner) und als Common-Name *.dev.local benutzen. Oder wie auch immer der Dev-Server heißt.
    4. sudo openssl x509 -req -days 3650 -sha256 -in wildcard.dev.local.csr -signkey wildcard.dev.local.key -out wildcard.dev.local.crt Ein selbst signiertes Zertifikat, zehn Jahre gültig und mit SHA256 als Hashalgorithmus.
    5. Key und Crt dem Webserver beibringen. Bei Apache in der Kurzform etwa so:

      <VirtualHost *:443>
          ServerName myproject.dev.local
          DocumentRoot "/path/to/myproject/web"<Directory "/path/to/myproject/web">
              Require all granted
              AllowOverride All
          </Directory>
          SSLEngine On
          SSLCertificateFile /path/to/wildcard.dev.local.crt
          SSLCertificateKeyFile /path/to/wildcard.dev.local.key
      </VirtualHost>
      
    6. Firefox kann Ausnahmen einfach akzeptieren, Chrome will es komplizierter: Zertifikat im Security-Tab der Dev-Tools ansehen, In eine p7b-Datei exportieren und im Zertifikatsmanager in die "Vertrauenswürdigen Stammzertifizierungsstellen" importieren. Chrome neu starten und voilà, das Schloss ist grün.

    Jetzt können wir ganz viele Unterprojekte von dev.local aufsetzen und für alle das gleiche Zertifikat einsetzen. Kein Gefummel mehr, einfach Config kopieren, Name und Pfade anpassen, ab geht die Post. Zum Beispiel die Symfony-Demo-Applikation, die sollte man sich sowieso mal ansehen.

    Wichtige Stolpersteine:

    1. SHA1-Zertifikate sind aus gutem Grund out, also einfach nie mehr welche erzeugen.
    2. Zumindest der aktuelle Chrome mag für Wildcard-Zertifikate mindestens zwei Dots. Also *.local funktioniert einfach nicht. Habe ich ausprobiert, bleibt ohne weiteren Kommentar einfach rot. Daher *.dev.local oder irgendwas anderes mit mindestens zwei Dots benutzen.

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    Aus dem Willkommens-Anschreiben meines neuen Internetanbieters:

    Die zu den Produkten zugehörigen Endgeräte können Sie vor Ihrem gewünschten Schaltungstermin - dem 18.04.2017 - beauftragt die MEGA MULTIMEDIA einen Dienstleister, der sich mit Ihnen in Verbindung setzt und die Hausinstallation der Glasfaser in Absprache vornimmt. Die dazugehörigen Endgeräte werden zu diesem Termin bereitgestellt.

    Und:

    Ein reibungsloser Start mit Ihrem neuen Glasfaseranschluss ist uns sehr wichtig.

    Nun. Der Termin war kein Wunschtermin, sondern wurde mir diktiert. Zudem im ersten Wurf auf den gestrigen Ostermontag. Darauf angesprochen wurde der Termin korrigiert und kommentarlos das gleiche fehlerhafte Schreiben mit neuem Datum und diesmal auch korrekter E-Mail-Adresse nochmal rausgeschickt. Heute ist der Schaltungstermin, vom angekündigten Dienstleister habe ich nichts gehört. Am Samstag war das Kundenservicecenter nicht zu erreichen mit der wenig hilfreichen Ansage, man rufe außerhalb der Öffnungszeiten an. Wenn man schon über Ostern zu macht, könnte man wenigstens die Ansage an der Hotline anpassen. Jetzt warte ich schon eine Weile auf einen Rückruf vom Kundencenter, das sich nicht die Bohne für die Rückmeldung bezüglich des kaputten Satzes im Willkommensschreiben interessierte und mich unterbrach, um nach meiner Adresse zu fragen.

    Insgesamt habe ich bislang einen desaströs unprofessionellen Eindruck von dem Laden. Das ging schon los damit, dass ich nach mehr Upload frage und mehrmals von verschiedenen Beteiligten gesagt bekomme, dass der nicht im Angebot ist, weil das nicht nachgefragt werde. Doch, von mir, jetzt gerade. Was ist das denn für ein Verständnis von Kundenorientierung? Und wenn das angeblich niemand haben will oder braucht oder nutzt, warum drosselt man den Upload dann völlig ohne Grund? Traffic koste ja Geld und man passe sich dem Markt an. Dem Markt von 2013, aber lassen wir das. Da verlegt man also moderne Technik, wirbt auf dem Flyer mit dem Gigabit-Potenzial und der schnellste Upload, den Privatkunden bekommen, liegt bei 20MBit/s. Nicht technisch bedingt, sondern weil der Wettbewerb 2013 auch nicht mehr anbot. Und weil, das ist ja der einzig nachvollziehbare Grund für eine technisch nicht notwendige Schlechterleistung, man für die volle Leistung einen Aufpreis verlangen möchte. Was man aber hier gerade nicht tut, selbst wenn Kunden Zahlungsbereitschaft signalisieren. Ein gewinnorientiert wirtschaftendes Unternehmen würde sich diese Zahlungsbereitschaft genau ansehen, das mit den (hier nur marginal anfallenden1) Kosten gegenrechnen, sich die Hände reiben und eine entsprechende Tarifoption daraus bauen, die zumindest auf Nachfrage buchbar wäre.

    Inzwischen bekommt man für prohibitiven Aufpreis immerhin auch 500/50MBit/s und liegt damit wieder knapp vor dem Wettbewerb (zu einem Preis von zwei Wettbewerbsanschlüssen). Aber zurück zur widersprüchlichen Argumentation, mehr Upload wolle/brauche ja niemand und würde auch niemand nutzen auf der einen Seite und Traffic kostet ja auch Geld auf der anderen. Ja was denn nun? Wenn das niemand nutzt, greift das Traffickosten-Argument nicht mehr. Ich brauche ja auch fast nie mehr Upload. Aber wenn, dann ist das ein echter Faktor. Der Flyer wirbt mit Cloud-Computing, große Down- &Uploads (sic!) und Onlinebackups. Fehlt noch die explizite Nennung von YouTube-Uploads. All das sind Sachen, die erst mit mehr Upload Sinn und Spaß machen. Und dann stellt man sich hin und sagt interessierten Kunden, dass sie die Ersten wären, die danach fragen und sowieso die Einzigen, die da Bedarf für hätten und deswegen sei man halt ein doofer Einzelfall und soll bitte nicht weiter rumnerven. Die routinierte Genervtheit dieses Abwimmelns lässt mich vermuten, dass ich keineswegs der erste und einzige Interessent bin, der danach fragt. Und dass die Gründe andere sind, als die benannten.

    Man empfahl mir dann mehrmals einen Geschäftskundenanschluss. Den könnten auch Privatkunden buchen, die Preise müsste ich aber selber bei der entsprechenden Ansprechperson erfragen. Die fand es aber nicht nötig, auf meine Mail zu antworten. Erst als ich drei Wochen später persönlich im Kundencenter vorsprach, bekam ich am nächsten Tag eine Antwort. Über 400€ im Monat inkl. Mehrwertsteuer für einen symmetrischen 100MBit/s-Anschluss, bei dem dann aber kein TV mehr möglich ist. Das werte ich mal als sehr zynischen Humor. Kein Wunder, dass die Preistabelle nicht öffentlich ist.

    Ich habe also einen Privatkundenanschluss gebucht und auf den Datenraten-Boost für horrende 30€ im Monat verzichtet. Wenn ich dafür symmetrische 200MBit/s bekommen hätte, hätten wir drüber reden können. Aber 500MBit/s runter brauche ich wirklich nicht und die Steigerung von mutwillig gedrosselten 20 auf 50MBit/s ist zwar verlockend groß, das absolute Niveau ist aber noch immer unnötig niedrig. Hey, das sind 85€ im Monat, das ist weit weg von Portokasse. Im Kundencenter wunderte man sich, dass ich überhaupt danach frage und nachdem ich die Preise gehört habe, wunderte ich mich auch nicht mehr, dass man sich über Interessenten wundert. Die neuen Datenraten werden mehr oder weniger offensiv beworben (etwa ganzseitig auf der Innenseite vom Wochenanzeiger), aber ohne Preise zu nennen. Die Preise werden jetzt nach mehreren Wochen immerhin auf der Website kommuniziert. Da liegt die Vermutung nahe, dass das nur angeboten wird, um nicht lahmer als der Wettbewerb dazustehen. Technisch ist das ja in wenigen Minuten umgesetzt: Drossel umkonfigurieren, fertig. Eine Person, mit der ich sprach, kam mit dem Argument, dass man die Kunden nicht mit unnötigen Tarifoptionen verwirren möchte. Es gibt jetzt fünf Geschwindigkeitsstufen jeweils mit und ohne Fernsehen. Im Fernsehbereich gibt es eine Vielzahl von Paketen und Zubuchoptionen. Aber für einen auf Nachfrage freischaltbaren Uploadboost, wie er bei anderen Anbietern mit den entsprechenden technischen Bedingungen zu kostendeckenden Preisen angeboten wird, reicht es nicht? Das wäre dann verwirrend für die Kunden, die das nicht brauchen? Was ist das für ein absurdes Argument?

    Auf der Stromseite hatte ich übrigens auch schon Ärger mit der MEGA, aber das ist eine andere Geschichte. Kurzfassung: Naturstrom hat mir aus Kulanz den Wärmepumpentarif gegeben, was meinem Schlichtungsverfahren die Basis entzogen hat. Lieber wäre mir gewesen, dass die MEGA als Grundversorger ihre aus meiner Sicht marktbehindernde Praxis aufgibt, ein Zählprofil an Wärmepumpenzählern zu nutzen, das das Ausschöpfen der Förderung bei anderen Stromlieferanten (nach übereinstimmenden Aussagen von Naturstrom und Lichtblick) verhindert. Das hätte das Problem für alle Wärmepumpenbetreiber in Monheim gelöst. So müssen das unsere Nachbarn bei Bedarf alle einzeln durchfechten, Verlierer sind die kulanten Ökostromanbieter. Ach ja, Charmebonus: Wenn man den verbilligten Wärmepumpentarif bei der MEGA haben will, den es ja nur dort gibt, muss man auch den Haushaltsstrom dort beziehen. Das ist mal Chuzpe.

    Insgesamt bleibt ein sehr unprofessioneller und behördenhafter Eindruck von der MEGA. Ich bin gespannt, ob die wenigstens die Technik im Griff haben. Man versprach mir eine direkte Anbindung an einen der Düsseldorfer CIXe ohne jeden Eingriff in den Datenverkehr. Explizit keine telekomsche-YouTube-Ausbremsung, kein unitymediaeskes abendliches Netflixruckeln (oder Websitebremsen oder FTP-Upload-Scheitern oder vergiss-es-kein-VPN-nach-Hause-DS-Lite). Ich bin gespannt.

    Fast zwei Stunden durfte ich auf den versprochenen Rückruf warten, ob es sich lohnt, heute noch zu Hause zu bleiben oder doch ins Büro zu fahren. Was für eine gutsherrenartige Frechheit, mir einen Schaltungstermin zu diktieren (ohne Absprache, aber nonchalant als Wunschtermin betitelt), sich im Vorfeld nicht zu melden, am Samstag vorher entgegen der Öffnungszeiten einfach nicht erreichbar zu sein, und dann nicht mal kurzfristig klären zu können, ob mein Zuhausebleiben am Schaltungstag überhaupt noch nötig ist. Habe ich da ein zartes sorry vernommen? Nö, natürlich nicht, warum auch? Das hat die Gutsherrin (was für ein Wort?!) MEGA nicht nötig. Immerhin war der Dienstleister, der das nachher macht und mich dafür kurzfristig dazwischengeschoben hat, angenehm und entschuldigte sich erst mal, das da bei mir was durchgerutscht ist. Aber das ist bezeichnenderweise ein Dienstleister und nicht die MEGA selber.


    1. Der Großhandels-Trafficpreis liegt pro Gigabyte im Cent-Bereich. Die eigentlichen Kosten sind also sprungfix: Erreicht man das Leitungslimit, muss man mehr Leitungen verlegen oder anmieten. Das wird dann pro Kunde plötzlich sprunghaft teurer in der Kalkulation. Aber: Leitungskapazitäten baut man symmetrisch auf. Wenn man also den Upload stark drosselt, schafft man dort viel brachliegende Kapazität (die man je nach Rechnungsmodell als Opprtunitätskosten kalkuliert oder einfach ignoriert). Die kann man mit Geschäftskunden und Rechenzentren auslasten, aber ich gehe davon aus, dass man, wenn man sowas in dem nötigen Ausmaß betreibt, sowieso ganz andere Kapazitäten plant. Wenn man also die Upload-Drossel teilweise oder ganz wegnimmt, belegt man erst mal die freien Kapazitäten. Wenn man nach Marktgesetzen kalkuliert, hängt der Preis für den Wegfall einer solchen Drosselung also letztlich alleine von der Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kunden ab (die wiederum vom Wettbewerbsumfeld geprägt ist). Das kann man in Erfahrung bringen und dann einen passenden Preis auswählen, der nicht alluzuvielen zu teuer ist, so dass sich ein Maximum für den Anbieter herausholen lässt. Für sowas studieren Leute BWL und dann können die das. Ergebnis: Ein Marktpreis, aber vor allem überhaupt erst mal ein Angebot für das Weglassen der Drosselung. Es sei denn, die Kalkulation sagt: Finger weg, den nötigen Preis sind zu wenige Kunden bereit zu bezahlen, dann treffen sich die Kosten- und die Einnahmen-Kurve erst in einem Bereich, in dem der Anbieter drauf zahlt. Grob gesagt. Aber ich würde viel Geld darauf verwetten, dass das hier nicht der Fall ist. Vor allem, weil die Skalierung der Tarife über die zehnmal höhere Downloadrate organisiert wird. Wenn sprungfixe Leitungskosten höhere Datenraten verhindern würden, würde man erst mal das brachliegende Uploadpotenzial ausschöpfen und vermarkten und dann erst größere Sprünge in den Downloadraten anbieten, die zudem in der Tat zur Zeit kaum ein Kunde erreichen wird. 


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    Ihr kennt sicher diese Formulare, die einem Leute als .docx-Datei zuschicken, damit man sie ausdruckt, ausfüllt und abgibt. Ich möchte nicht über Sinn oder Unsinn von solcherlei Formularwesen sprechen. Aber Ihr wisst sicher auch, was in 90% dieser Dokumente passiert, wenn man sie elektronisch ausfüllt: richtig, die Formularfelder sind mit Leerzeichen und Punkten bzw. Unterstrichen gesetzt, die man natürlich lustig durch die Gegend schiebt, wenn man etwas da reintippt. Der Kenner erkennt sowas auf den ersten Blick bereits daran, dass die Striche nicht an einer einheitlichen Position enden. Also Hände über den Kopf geschlagen und die Augen verdreht.

    Aber wie wäre der richtige Weg? Word und OpenOffice/LibreOffice haben die Möglichkeit, echte Formularfelder in ein Dokument einzubauen, aber das ist erstaunlich fummelig gelöst und wenn das Formular letztlich sowieso ausgedruckt und manuell erfasst wird, ist es die Mühe nicht wert. OpenOffice/LibreOffice exportiert diese Felder übrigens auch als PDF-Formular, das könnte für viele bereits hilfreich sein. auch wenn man die Felder frei positionieren muss. Ich weiß nicht, ob und wie das mit Word geht, früher musste man dafür experimentelle Features aktivieren und mit ActiveX-Komponenten hantieren. Das will man eher nicht.

    Was aber, wenn man einfach so ein Offline-Formular hübsch setzen will und wenn jemand das elektronisch ausfüllen möchte, will man dem keine Steine in den Weg legen? Die Lösung ist erstaunlich einfach:

    1. Man setzt seine Labels, wie es einem gefällt, also in eine Tabelle oder was einem auch immer vorschwebt.
    2. Man setzt einen linken Tabstop an eine Position, wo die Felder anfangen und einen rechten Tabstop an die Position, wo die Felder aufhören sollen.
    3. Man fügt seine Tabs ein, markiert die, die die Feld darstellen sollen und macht seine Unterstreichung. Pro-Tipp: Strg-D öffnet den Zeichenformatierungsdialog, wo man auch Sonderunterstreichungen wie gestrichelte Linien setzen kann.

    Das wars schon. Die Striche sind nun einheitlich lang und wenn man was reinschreibt, wird die Unterstreichung einfach übernommen. Das klappt auch, wenn man mit einer Templateengine wie OpenTBS Platzhalter da reinrendert. Die markiert man einfach mit, wenn man die Unterstreichung setzt.


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    Weil die Telekom ("Vectoring ist Glasfaser") und Unitymedia ("Koax-Glasfaser-Technologie") die Begrifflichkeiten verwässert haben, braucht die Telekom einen neuen Begriff für ihre diesmal-aber-wirklich-Glasfaseranschlüsse, die aber nur richtige Firmenkunden in Gewerbegebieten bekommen. Und die in Düsseldorf nur gelegt werden, weil Vodafone sonst dieses (kleine) Geschäft alleine macht. Jedenfalls heißt das jetzt Vollglas. Vectoring ist dann Halbvollglas oder was? Halbvollglas im Neuland. Klingt wie Vollgas auf der Datenautobahn. m)

    Vodafone ist aber auch geil drauf. GigaSpeed heißen die Kabelanschlüsse mit 400MBit/s im Downstream. Das wäre ja schon lustig genug, aber sie plakatieren halb Düsseldorf großflächig voll mit ihren GigaNetz-Plakaten. Bald auch in Ihrem Gewerbegebiet. Sternchen. Und dann bekommen sie Presseapplaus, weil sie eine(!) Firma mit einem Gigabit-Glasfaseranschluss ans Internet angebunden haben. Im Jahr 2017. Vodafone. Die Arcor gekauft haben, die zuvor Isis gekauft haben, die ab Mitte der 1990er Jahre das "Glasfaser Citynetz" in Düsseldorf angefangen haben. Ich habe da damals mein Schülerpraktikum gemacht, weil ich ein Stück Zukunft erleben wollte und auch erlebt habe. Vor rund 20 Jahren. Aber lest mal, wie das heute läuft und was das kosten soll.

    Immerhin gibt Vodafone Preise an, nicht mal dazu kann sich die Telekom mit ihrem Vollglas durchringen.

    Eigentlich können einem die großen Anbieter leid tun. Seit Jahrzehnten schieben die einen Investitionsstau vor sich her, der inzwischen erdrückend geworden ist, aber nicht minder unausweichlich. Das kann man nicht mehr aus laufenden Einnahmen decken und Rücklagen sind auch keine gebildet worden. Gleichzeitig fällt immer mehr lokalen Anbietern auf, dass sie auf die Großen ja in keinster Weise angewiesen sind. Und so sprießen die lokalen Angebote in den Gemeinden, teilweise auch noch kommunal gut finanziert, wie Pilze aus dem Boden. Diese Gemeinden sind als Markt für die Großen verloren. Puff, einfach weg. Hier eine Mittelstadt, da eine Mittelstadt, dort gleich eine ganze Metropole. Dabei ist das auch noch ein Metier, bei dem man nicht mal eben die Kriegskasse öffnet und den Markt von hinten aufrollt. So ein Ausbau geht nicht im großen Stil überall zugleich und das Geschäft macht der erste am Platz. Wobei man vielleicht darauf hofft, dass das benachbarte Ausland mit dem Ausbau einfach bald fertig ist und dann Kapazitäten frei werden.

    Wie auch immer das gedacht ist, ich habe ein wenig das Gefühl, dass der Telekom und Vodafone gerade erst das volle Ausmaß ihres Fuckups bewusst wird. Also dass die realistische Option besteht, dass der Technologiewechsel die Karten ganz neu mischt, weil man die Bargeldkuh zu lange hat melken wollen. Hier ist übrigens die BCG-Matrix eine hilfreiche Visualisierung und Verständnishilfe. Also wer da den Sinn und Zweck bislang nicht kapiert hat, zeichne die mal für das Access-Portfolio der beiden Großen und projiziert das in die Zukunft. Wer es vergessen hat: Achse 1 ist der relative Marktanteil, Achse 2 das Marktwachstum, die Kreisfläche der Sparten oder Produkte deren Umsatz. Dann hat man vier Quadranten: poor dogs, cash cows, stars und question marks, Ihr erinnert Euch sicher. Und dann, was einem im Bachelor meist noch verschwiegen wird, schaut man sich die zu erwartenden Veränderungen der Kreise darin genau an und kann daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Von da aus kann man den Markt als Ganzes nämlich recht gut betrachten. Das muss man aber auch tun, nicht bloß das gleiche noch mal für den oder die Kernwettbewerber machen und daneben halten. Das macht einen sehr anfällig für Disruption, die von Außen immer erst mal wie eine willkommene Erneuerung aussieht. Auftritt Five-Forces. Aber das soll hier kein Management-Analysetools-Crashkurs werden.

    Apropos Crashkurs: Das alles gesagt, würde ich diesen zaghaften, aber mit umso mehr Tamtam lancierten Gewerbegebietglasfaserausbau eher nicht zum Anlass nehmen, Aktien von Vodafone oder der Telekom zu kaufen. Jedenfalls nicht als langfristige Anlage. Aber was weiß ich schon von Aktien? Ich kann ja nicht mal mehr die neun Aktientypen aus dem BWL-Grundstudium benennen. Die vinkulierte Namensaktie ist mir wegen ihres lustigen Namens in Erinnerung geblieben, allerdings dachte ich bis gerade eben, dass die vindikulierte Namensaktie heißt. Das war übrigens gar nicht mal so uninteressant, es gab da Fächer, die weniger zum Weltverständnis beigetragen haben. Jahresabschluss zum Beispiel, da bin ich allerdings auch nicht mal mehr hingegangen, nachdem ich genug von den beiden einzigen noch gerade halbwegs interessanten Mädels (von 300 Leuten) gesehen hatte. Das ist wirklich sehr selten, dass mich etwas so langweilt, dass ich mich damit nichtmal beschäftige, wenn ich nun schon mal da bin. VWL war übrigens fürs Weltverständnis sehr hilfreich. Das sollte unbedingt in der Oberstufe gelehrt werden, bei mir war das nur eher zufällig und versprengt im Erdkunde-LK drin.

    Allerdings vielleicht nicht gerade in Kooperation mit der Commerzbank, wie es gerade hier in Monheim am Gymnasium im Rahmen der Kooperation angekündigt wurde. Das empfinde ich als unschöne Steigerung der unkritischen Übernahme von Lehrmaterial der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Schulbüchern. Wem das Problem dabei nicht präsent ist, kann sich mal die Interessenlage der INSW klar machen. Selbst wenn die Commerzbank hier redlich ist und einfach nur ein paar taugliche Azubis abgreifen will, ist das einfach kein passender Partner für eine neutrale Lehre. Die ist in Wirtschaftsthemen ja schon schwer genug zu gewährleisten, wenn überhaupt. Da muss man aber in meinen Augen nicht von vornherein kapitulieren.


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    Ich bin immer wieder erstaunt, wie selbstverständlich von den verschiedenen Fahrzeugklassen im Offroad-RC-Car-Bereich gesprochen wird, ohne dass das mal irgendwo griffig definiert würde. Jeder hat eine Vorstellung, davon, was ein Buggy ist, aber vergleicht man den klassischen Strandbuggy der 1970er-Jahre mit einem Modellbaubuggy, bleiben gar nicht mehr so viele Gemeinsamkeiten übrig. Also hier mal ein Versuch, einer griffigen Einteilung.

    1. Der Buggy: Ein Klassiker. Freistehende und weit ausgestellte, relativ schmal wirkende Räder, geduckte Haltung (geringe Bodenfreiheit), eng anliegende Karosserie, großer Heckflügel, verbringt einen guten Teil der Fahrzeit eines Rennens in der Luft. Vorteile: sehr wendig und stabil zu fahren, kompakt, smoothes Fahrbild, souveräner Auftritt. Nachteile: lieber auf der Rennstrecke unterwegs, als irgendwo sonst. Typische Beispiele: Losi 8ight, Kyosho Inferno, Team Associated RC10B64.

    2. Der Truggy: Ein Buggy mit etwas längeren Schwingen (=mehr Bodenfreiheit und vor allem noch mehr Federweg), größeren, vor allem aber breiteren Rädern und einer viel größeren Truck-Karosserie oft mit Spoiler statt Heckflügel. Im Detail mal mehr mal weniger viele weitere Unterschiede, aber an sich konstruktiv sehr ähnlich. Vorteile: funktioniert abseits von Rennstrecken besser als der Buggy, noch smootheres Fahrbild und souveränerer Auftritt. Nachteil: fliegt irgendwie nicht so gut und ist allgemein weniger agil und definiert auf der Strecke. Typische Beispiele: HPI Trophy Truggy, XRAY XT2, Losi 22 T.

    3. Der Monstertruck: Der andere Klassiker. Freistehende, vergleichsweise riesige Räder, sehr stabile Konstruktion, verschiedene Karosserien (Standard sind Pick-Ups, aber auch Käfer oder was auch immer einem gerade einfällt), schwer, meistens hoch aufbauend, einige Varianten aber auch sehr geduckt (kaum über die Räder hinausragend). Besonders beliebt für Einsatzszenarien, bei denen viel Airtime mit Saltos angesagt ist. Fast nie auf einer Rennstrecke anzutreffen und auf den meisten wegen des Zerstörungspotenzials auch nicht zugelassen. Vorteile: sehr robust, fährt überall einfach drüber, tolle Airtime-Action in der Kiesgrube, Muckibudenauftritt, Fun Fun Fun beim Bashen. Nachteile: schwer, hoher Schwerpunkt, selten agil unterwegs, vergleichsweise teuer. Typische Beispiele: Traxxas X-Maxx, Traxxas E-Revo, Losi LST, Arrma Nero.

    4. Der Shourt Cource Truck (SC oder SCT): Eigentlich eine Buggy-Variante, aber mit ein paar entscheidenden konzeptionellen Änderungen. Die Pick-Up-Karosserie bildet die Außengrenze, die Räder mit flacher Lauffläche (statt rund wie beim Buggy) stehen nicht frei und es gibt stabile Kollisionsbügel an allen Seiten. Im Ergebnis darf noch in Maßen gerempelt werden, wo die Buggys mit ihren freistehenden Rädern sich längst gegenseitig von der Strecke gehebelt hätten. Das Fahrbild ist auch ein komplett anderes, weil durch die dominierende Karosserie alles viel weniger hoppelig aussieht. Eine seltsame Mischung aus Behäbig- und Wendigkeit. Vorteile: Rempeln erlaubt, wirkt sehr groß, ist er meistens auch, actionreiches Fahrbild. Nachteile: Kein so exaktes Wie-auf-Schienen-Fahren wie der Buggy, abseits der Rennstrecke von allen Bauarten am ungeeignetsten, Saltos besser bleiben lassen! Typische Beispiele: Traxxas Slash, Losi 22 SCT, Arrma Senton.

    5. Sonderformen: Wüstenbuggys sehen cooler aus als Buggys, finden aber auf der Rennstrecke nicht statt. Crawler kriechen mit ihren weit verschränkbaren Starrachsen spektakulär über wahnwitzige Hindernisse, das ist etwas ganz anderes, aber auf seine Weise sehr cool. Scale Crawler sehen dabei auch noch außen und vong Fahrwerk her aus, wie 1 richtiger Geländewagen (Land Rover, Toyota).

    Buggy, Truggy und SCT gibt es mit Heckantrieb und Allrad, die anderen fast nur mit Allrad. Verbrenner trifft man fast nur noch in 1/8er Buggys/Truggys und (immer weniger) in Monstertrucks an, bei allem anderen dominiert inzwischen der bürstenlose Elektroantrieb mit LiPo-Akkus. Alle diese Bauformen gibt es, weil sie ihre Berechtigung haben. Leute, bei denen Geld keine Rolle zu spielen scheint, haben daher einen ganzen Fuhrpark. Das liegt auch daran, dass immer mal wieder etwas kaputtgeht und man dann mit dem Modell eine Weile nicht fahren kann (etwa bis das Ersatzteil da ist).


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    Wenn es um das Thema Glasfaserausbau geht, beziehungsweise konkret um den Glasfaserausbau bis in die Häuser, herrschen nach meiner Erfahrung völlig falsche Vorstellungen vor, was den tatsächlichen Aufwand angeht. Ich hatte mir das immer so vorgestellt, dass da ein Bautrupp kommt und in irgendeiner Weise alle Straßen, Gehwege und Vorgärten aufreißt, um die Kabel zu verlegen. Da liest man ja immer mal wieder von revolutionär einfacheren Verlegetechniken, wo dann etwa nur ein schmaler Schlitz gefräst wird, der auch sogleich mit Kabel drin wieder verschlossen wird.

    Nun wohne ich seit anderthalb Jahren in einem akuten FTTH-Ausbaugebiet und konnte die Arbeiten direkt mitvervolgen. Unser Neubau wurde naheliegenderweise direkt beim Bau angeschlossen, hier rundherum ist aber Bestandsbebauung aus den 1970er Jahren, die erst danach sukzessive versorgt wird. Und was soll ich sagen? Wenn ich nicht wüsste, was der Bautrupp mit den niederländischen Kennzeichen da macht, ich würde nicht darauf kommen, dass hier gerade jedes Haus einen Glasfaseranschluss bekommt. Gelegentlich wird mal was aufgebuddelt und man hört Minibagger und dann Rüttelplatten, aber die meiste Zeit bekomme ich nichts mit. Also davon abgesehen, dass an immer mehr Häusern an der Außenwand ein aufgerolltes orangefarbenes Kabelende aus dem Boden guckt. Ich habe keinen aufgebuddelten Vorgarten gesehen, keine tagelang gesperrten Wege, keinerlei Unannehmlichkeiten. Hier und da steht ein Zelt über den Verteilerkästen, daran erkennt man, dass die Anschlüsse an dieser Straße schon geschaltet werden.

    Also falls die Telekom mal wieder so tut, als bräuchte man an sich mal wieder einen Bombenkrieg oder ähnliches, um eine Gelegenheit zu schaffen, flächendeckend FTTH auszubauen, wisst Ihr jetzt: Bullshit, das geht erstaunlich flott, sauber und arm an Belästigingen für die Anwohner. Niemand gräbt Eure Vorgärten um, die Straßen in Eurem Viertel vernarben nicht völlig. FTTH flächendeckend ist sehr wohl möglich.

    Und zu den Kosten herrschen auch merkwürdige Vorstellungen. Der vollständige Glasfaserauabau hier in Monheim kostet die Stadt nach aktuellem Stand 27 Millionen Euro (vgl. Haushaltsplan Monheim 2018). 2014 war noch von 21 Millionen die Rede. So oder so ist das vergleichsweise überschaubar, denn Monheim hat rund 43.000 Einwohner und alle davon bekommen einen FTTH-Anschluss innerhalb von wenigen Jahren. Also explizit nicht nur Gewerbegebiete oder Viertel, bei denen der Ausbau günstig ist und/oder die Nachfrage gesichert, sondern einfach alle. Die Kunden zahlen auch keine krassen Anschlussgebühren selber, sondern bekommen den Anschluss frei haus, wenn sie unterschreiben, dass der Bautrupp auf ihr Grundstück darf. Pro Kopf investiert die Stadt dabei deutlich unter 1000 Euro, das ist ein Betrag, der sogar in endlicher Zeit durch Einnahmen aus den Anschlüssen wieder reingeholt wird und danach ist das gesamte Vorhaben ein Plusgeschäft für die Stadt. Auch finanziell ist FTTH also flächendeckend sehr wohl möglich und das auch einigermaßen kurzfristig.

    Und ich kann es gar nicht oft genug betonen: Internetversorgung ist wie Wasser, Strom, Kanal und Straßen Infrastruktur und damit originär kommunale Aufgabe. Mir ist völlig schleierhaft, warum sich diese Sichtweise noch immer nicht durchgesetzt hat. Wieso sollte die Letzte Meile der Privatwirtschaft überlassen werden, die mangels Universaldienstverpflichtung nach wirtschaftlichen Kriterien entscheidet, ob und wann Menschen und Gewerbe an zeitgemäßer Kommunikation teilnehmen dürfen? Wer ist überhaupt auf diese Idee gekommen? Also nichts gegen Wettbewerb bei der letztlichen Erfüllung der Telekommunikationsdienste. Aber die konkreten Leitungen in die Häuser gibt es vorzugsweise einmal, alles andere ist verschwenderischer Wahnsinn. Man stelle sich mal vor, ein liberalisierter Strommarkt würde dazu führen, dass Anbieter anfangen, eine zweite und dritte Stromleitung in die Häuser zu legen.

    Die offensichtlich einzig sinnvolle Lösung ist hier wie da ein Open-Access-Zugangsmodell auf Infrastruktur, die ein (kommunaler) Netzbetreiber diskriminierungsfrei unterhält. Dass wir beim Thema FTTH noch immer einen ganz anderen Diskussionsstand haben, ist der eigentliche Skandal. Digitalisierung als Buzzword überall, aber die Infrastrukturfrage soll sich von alleine regeln, irgendwie. Oder wie ist das gedacht? Ich bin froh, dass ich in Monheim wohne, wo die Stadt das Thema rechtzeitig aktiv angegangen ist. Nicht nur, aber auch weil das ein echter Standortfaktor für Unternehmen ist. Das ist so naheliegend, offensichtlich und zwingend, dass ich einigermaßen fassungslos bin, dass das erst so wenige Kommunen erkannt haben. Ob die auf göttliche Intervention warten? Oder auf ein Machtwort der Bundesregierung? Einer CDU-geführten Bundesregierung, die in den letzten 12 Jahren alles dafür getan hat, dass hier der Stillstand gefestigt wird? Open-Access ist alternativlos in meinen Augen, aber darauf werden wir noch zehn bis zwanzig Jahre warten und bis dahin werde ich mit dem latent bedrohlichen Gefühl leben müssen, dass mein schöner Glasfaseranschluss nur eine blöde Tarifentscheidung des Anbieters von der Nutzlosigkeit entfernt ist. Und nur 300 Meter entfernt von hier wohnen Leute, die davon nur träumen können, weil sie in Düsseldorf wohnen, wo man der Auffassung ist, dass Glasfaser nur für Gewerbegebiete nötig ist. Weswegen man höflich bei Vodafone (deren Deutschlandzentrale in Düsseldorf ansässig ist) und der Telekom nachfragt, ob die nicht langsam mal die ersten Gewerbebetriebe versorgen können, damit die nicht in den Speckgürtel abwandern, wo die Gerwerbesteuer niedrig und die Glasfaser bereits vorhanden ist. Infrastruktur als Standortfaktor, wer hatte das schon auf dem Zettel?


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    tl;dr: erst mal umfangreiche Infrastrukturinvestitionen tätigen, bevor man großmäuligen Aktionismus in den Raum stellt.

    Also ja, gerne, meine Rede. Als Fernziel. Bis dahin muss es aber vor allem mehr Infrastruktur geben. Hier in Düsseldorf ist der ÖPNV schon ziemlich am Limit, da hat die Rheinbahn schon Recht. Vor allem das Thema Park&Ride oder allgemein die Frage, wie die Pendler zuverlässig und bequem an die S-Bahn kommen, steht ganz vorne auf der Liste der Hindernisse, die weg müssen. Dann muss es genug Fahrzeuge geben, damit es nicht passiert, dass im Berufsverkehr regelmäßig nur ein Halbzug kommt, weil was kaputt ist. Sowas lässt sich ja planen und kompensieren, wenn man nicht restlos jeden Wagen in Betrieb hält. Und Fahrpersonal steht ja auch nicht ad hoc in beliebiger Menge zur Verfügung.

    Also ich halte es für wahnsinnig offensichtlich, dass es massive Investitionen in den ÖPNV geben muss und auch die Kosten für die Nutzer müssen runter. Damit kann man ja anfangen, bevor man ein plakatives "kostenlos" in den Raum stellt. Überhaupt, "kostenlos", bitte nicht. Da ist gar nichts kostenlos. Es geht doch darum, dass man als Fernziel herbeiführen möchte, dass die Leute einfach einsteigen und niemand mehr ein Ticket braucht und die Entscheidung für oder gegen die Nutzung nicht davon abhängt, ob man jetzt 5 Euro einwirft und nochmal 5 Euro, um wieder zurückzukommen. Der Begriff dafür ist fahrscheinlos. Kostenlos ist das ganz und gar nicht, das muss massiv umgelegt werden. Ein Tweet in meiner Timeline behauptete neulich, dass die Dieselsubventionen in Deutschland höher ausfallen, als die Einnahmen der Großstädte durch den Ticketverkauf. Oder so. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber das wäre doch mal ein Ansatzpunkt für eine Lösung, die alle passabel finden können: Weg mit den Dieselsubventionen, das freiwerdende Geld fließt in den Ausbau des ÖPNV und die deutlich stärkere Subventionierung der Ticketpreise. Dafür werden die Fahrverbote ausgesetzt in der Hoffnung, dass die Maßnahmen den Verkehr in den belasteten Städten hinreichend reduzieren können. Ich müsste dann meinen 2013er Diesel nicht verschrotten, für den ich einen satten und bei meienr Fahrleistung nicht wieder reinholbaren Aufpreis bezahlt habe, weil er weniger CO2 ausstößt und allgemein deutlich sparsamer mit den Ressourcen umgeht. Das Thema Stickoxide wurde erst danach so hochgehängt. Jaja, ich habe aus ökologischen Erwägungen einen Diesel mit Partikelfilter gekauft und weil ich Effizienz schätze. Das aber nur am Rande, aber nun zurück zum Thema.

    Wir brauchen eine City-Maut, darum werden jedenfalls die betroffenen Städte nicht herumkommen. Dazu gehört dann auch sowas wie der Nachweis von Parkraum für die Anmeldung eines Fahrzeugs und wenn öffentlicher Parkraum benötigt wird, wird je nach Viertel entsprechend zur Kasse gebeten (über eine Quartiersgarage zum Beispiel, auch so ein Thema). Es muss zum Luxus werden, ein Auto in hochverdichteten Wohngebieten zu halten, erst recht mehrere. Und die Pendler bezahlen die Maut oder steigen an gut erreichbaren P&R-Parkhäusern in massiv ausgebauten ÖPNV um. Das geht alles nicht heute, morgen auch nicht. Aber irgendwann muss man damit mal anfangen. Ich hatte schon häufiger auf Holland verwiesen, man schaue sich da mal beispielhaft Utrecht an. Da kann man schon mit dem Auto reinfahren, aber viel besser und billiger ist das P&R-Angebot: 5 Euro für den Tag in einem der gut erreichbaren Parkhäuser mit direkter ÖPNV-Anbindung an die City und der Trick ist, dass da schon eine ÖPNV-Tageskarte für 5 Personen enthalten ist. Man muss nur wollen. Amsterdam is da krasser drauf, da dürfen selbst Anwohner nur mit Ausnahmegenehmigung mit dem Auto einfahren. So oder so: Wenn man Pendler und Shoppingkunden vom Auto wegbringen will, muss man gute Alternativen bieten. 5 Euro für eine Fahrt vom Speckgürtel in die City und nochmal 5 Euro zurück, wohlgemerkt für eine Person, kann es jedenfalls nicht sein. Und dass man bei den begrenzten P&R-Kapazitäten nicht sicher sein kann, einen Platz zu bekommen, ist auch nicht hilfreich.

    Und natürlich die Barrierefreiheit. Don't get me started! Natürlich kann man ein Parkhaus derart an einen S-Bahn-Haltepunkt anbinden, dass man keine weiten Wege zurücklegen muss, vielleicht gar einen direkten Zugang zum Bahnsteig einplanen. Und natürliuch kann man Aufzüge (für Leute mit Kinderwagen, Gepäck oder körperlichen Beeinträchtigungen) so gestalten, dass sie nicht ständig kaputt sind. Und wenn sie kaputt sind, kann man sie in endlicher Zeit (= nicht in einem Horiziont von mehreren Wochen) reparieren. Wenn man will. Man könnte sogar so weit gehen und für Redundanzen sorgen, also einfach mal zwei Aufzüge vorhalten, wenn man nicht sicherstellen kann oder will, dass der eine Aufzug taggleich repariert wird. Und mir fallen keine plausiblen Ausreden ein, wieso es immer noch S-Bahn-Haltepunkte ganz ohne Aufzug gibt. Wenn ich in Langenfeld-Berghausen P&R machen möchte, muss ich vom Parkplatz ganz außen rum auf die Brücke laufen oder den Kinderwagen eine sehr lange und sehr steile Treppe mit schmaler Kinderwagenspur hochschieben (lieber nicht, glaubt mir). Oben angekommen darf ich sogleich den Kinderwagen eine weitere vielstufige Treppe wieder heruntertragen. Und Bonus: Wenn ich später wieder wegfahren will, stehe ich gerne mal fünf Minuten und länger an der Ausfahrt vom Parkplatz, weil da keine Amppel ist und der Querverkehr äußerst zahlreich. Das alles macht so viel Spaß wie eine kalte Dusche und weil man sich genau eine Station außerhalb des Düsseldorfer Tarifgebiets befindet, kosten die Tickets (für zwei Erwachsene) zur Strafe fast so viel wie der Sprit für eine halbe Tankfüllung. Damit käme ich locker bis Münster und zurück. Wer da dennoch mit der Bahn fährt, braucht schon einen ausgeprägten Enthusiasmus. Ach ja, der P&R-Ploatz in Hellerhof platzt aus allen Nähten, ist also nur bis etwa 08:30 Uhr eine Alternative.

    Unter anderem deswegen wird das Thema fahrscheinloser ÖPNV sehr sicher zuerst in Speckgürtelgemeinden funktionieren. Monheim hat ein gut ausgebautes Busnetz, das außer zu Schulbeginnzeiten mäßig ausgelastet ist. Und Monheim hat viele Pendler, die man wunderbar auf die Schiene bringen kann, wenn man sie denn dorthin bekommt. Der Ticket-2000-Aufpreis für Preisstufe B statt A beträgt aber 30 Euro im Monat, da überlegt man sich gut, ob man nicht lieber die fantastische Autobahnanbindung nutzt. In solchen Gemeinden drängt es sich geradezu auf, Experimente in der Richtung zu machen. In meiner Siedlung bin ich bei einigen Nachbarn jedenfalls bass erstaunt, wenn ich sie mal ohne ihr Auto drumrum außerhalb ihres Grundstücks antreffe. Da geht noch was. Das Busnetz in Monheim ist jedenfalls recht überschaubar und die Abhängigkeiten bestehen in erster Linie in der zuverlässigen Anbindung an die drei einschlägigen S-Bahn-Haltepunkte. Monheim stockt gerade die 1,7 Millionen Buslikometer pro Jahr auf etwa 2,5 Millionen Buskilometer auf. Bei mir unbekannten, aber auf Basis von Beispielwerten angesetzten Kilometerkosten im Bereich von zwei bis vier Euro sind die Kosten insgesamt einigermaßen überschaubar und für die Gemeine durchaus zu stemmen. Wenn man will. Oder man legt das irgendwie direkt auf die gut 40.000 Bürger um, dann wären das für alle knapp 21€ pro Monat. Die GEZ ist kaum billiger. Und vor allem, und das ist das völlig absurde an der Sache, diese 21 Euro liegen unter den 30 Euro, die der Aufpreis eines Ticket 2000 Preisstufe B gegenüber Preisstufe A kostet (ja, Kinder, ja, andere Ermäßigungsberechtigte, das ist ja sowieso alles grob überschlagen). Ich denke aber, dass man darüber einfach mal ganz laut nachdenken sollte. Und wenn die neue Bundesregierung lediglich für eine Rechtsgrundlage schafft, auf der Gemeinden die ÖPNV-Kosten auf alle ihre Bürger umlegen können, dann wäre das ja schon mal ein Ergebnis, mit dem man etwas anfangen kann. Bei aller Kritik an großmäuligen und nicht durchdachten Vorstößen. Das Problem ist ja akut vorhanden und will gelöst werden. Nicht nur die Schadstoffbelastung in den Städten wird primär durch die Pendler über die Grenzwerte des Vertretbaren gejubelt, sondern auch wenn alle Elektroautos fahren würden, stünden die im Stau. Das ist für alle lästig und volkswirtschaftlich möchte man den dadurch entstehenden Schaden lieber nicht ausrechnen. Dabei käme nämlich vermutlich heraus, dass man sofort jedweden motorisierten Individualverkehr unterbinden muss. Wollen wir da hin? Wohl eher nicht. Aber wenn wir durchaus realistische 30% der jetzigen Autopendler in Bus und Bahn bekämen, dann wäre allen schon viel geholfen.


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    Ich schäme mich gelegentlich für meine Herablassung gegenüber RTR-Modellen mit Bürstenmotoren. Dabei ist die eigentlich sehr berechtigt, weil sie aus meiner Erfahrung gespeist wird. Also anders als etwa meine merkwürdige Herablassung gegenüber Fachhochschulen, bei der ich meine Ahnungslosigkeit bereits am ersten Tag dort einräumen musste. Die bürstenlosen Elektroantriebe haben sich im RC-Modellbau aus gutem Grund für alle ernsthaften Einsatzzwecke durchgesetzt, die Überlegenheit ist einfach zu offensichtlich. Ausnahme sind Crawler, weil es dort nie auf Leistung ankommt, sondern auf eine gewisse Feinfühligkeit in Sachen Drehmoment, was Bürstenmotoren sehr gut hinbekommen.

    Was ich eigentlich erzählen wollte, ist meine eigene Geschichte mit Antrieben von ferngesteuerten Autos. Das ging als Kind los, da hatte ich zwei Spielzeugkarren, die mit uralten und schwachbrüstigen NiCd-AA-Akkus betrieben wurden. Von Leistung war da nicht zu sprechen, den einigermaßen steilen Hügel auf dem Spielplatz hinterm Haus kamen die jedenfalls nur manchmal mit viel Schwung hoch, die Antriebe waren sogar zu schwach, um die griplosen Spielzeugreifen auf dem sandigen Pflaster des Hügels durchdrehen zu lassen. Da war es dann auch fast egal, dass die Reichweite der Funken etwa 15 Meter betrug und die Lenkung so schwach war, dass der Wendekreis trotz der geringen Geschwindigkeit bedrohlich anwuchs, sobald man Vollgas fuhr. Was für ein Scheiß und dafür noch ziemlich teuer. Noch heute fragen mich Leute auf der Straße immer wieder wahlweise nach Endgeschwindigkeit meines Fahrzeugs ("schneller als man es sinnvoll handhaben kann") oder der Reichweite der Funke ("weiter als man die Karre noch sinnvoll erkennen kann").

    Kleiner Zeitsprung in meine 20er. Mir mangelt es an Geld, ich wohne (wieder) bei den Eltern und studiere vor mich hin. Dennoch flammt meine alte Liebe auf und ich kaufe ohne vorheriges Reinnerden einen Tamiya-Baukasten mit TT-01-Chassis und Ferrari-Enzo-Karosserie, die ich schwarz lackiere. Sieht geil aus, kostet mich aber über 200 Euro und ist eine heftige Enttäuschung: Im Karton liegt allen Ernstes ein mechanischer Fahrschalter, der auf niedrigen Stufen Teile der Energie am Motor vorbei in einem Widerstand verheizt. Die Erkenntnis darüber und die Anwesenheit eines solchen Relikts in einem 2002 aktuellen Baukasten gehören zu den größten WTFs in meinem Leben. Bonus: Die Aufhängungsteile aus Plastikspritzguss brauchen viel Nacharbeit um einigermaßen leichtgängig zu arbeiten und das Modell hat Bronzegleitlager, in denen die Antriebswellen schon im Neuzustand gruselige Geräusche und Vibrationen von sich geben. Weitere zig Euro später, wir sind bald bei 300€, habe ich einen Satz Kugellager und einen billigen Fahrtregler verbaut. Der ist defekt, also bekomme ich Ersatz. Aber auch der Ersatz erweist sich als derart schlecht, dass es keine Freude ist, damit zu fahren. Bis dahin war mir nicht klar, wie groß die erfühlbaren Unterschiede von Fahrtreglern bereits mit diesem lahmen Baukastenmotor sein können. Die Erkenntnis trifft mich erst später mit voller Wucht, als ich einen richtigen Regler im die Karte baue. Geht doch. Eine weitere Erkenntnis: Ich habe fast 300 Euro für Scheiß ausgegeben, das war viel Geld für mich.

    Nächster Anlauf ein knappes Jahr später: Diesmal bin ich vorbereitet. Ich habe alles leergelesen, was ich finden konnte, Zeitschriften, Foren, Prospekte. YouTube und Blogs gab es noch nicht. Die Kopfressourcen, die da reingeflossen sind (und in allerlei andere Hobbys), fehlten mir übrigens sehr bei meinem Studium, das hätte mir zu Denken geben sollen. Jedenfalls war mir klar was ich will, es wird ein Team Losi XXX-T Sport RTR. Der kostete keine 400 Euro und war sein Geld absolut wert. Vor allem im Vergleich zum 300€-Tamiya-Reinfall. Meine Verbundenheit mit dem Fahrzeug ist ungebrochen, ich habe sogar überlegt, einen bei eBay zu kaufen als Ersatz für den aus der Garage geklauten. Das ist deswegen keine gute Idee, weil man kaum noch Ersatzteile bekommt und neuere Karren nochmals viel besser sind.

    Die Karre hatte einen recht kräftigen, aber nicht sonderlich flotten Bürstenmotor an einem tollen GM-Regler. Der Motor wurde schnell durch etwas schnelleres ersetzt, denn der Rest von der Karre war zu weit höherem berufen, soviel war sehr schnell klar. Schnell wurde aber auch sehr klar, dass die Bürstenmotorentechnik hier am Limit operierte: Die ganz flotten haben Kohlen zum Frühstück verbraten und schon mein Motor wurde einmal so heiß, dass sich das Anschlusskabel abgelötet hat. Das passiert jenseits der 300 Grad. Hui. Die NiMH-Akkus damals waren auch hart am Limit und zusammen mit der hohen Vetlustleistung der Motoren kam letztlich ernüchternd wenig an den Rädern an. Das war schon lustig, keine Frage, aber mir war klar, dass ich mehr will, dass ich das Fahrwerk am Limit sehen will.

    Zu der Zeit kamen die bürstenlosen Motoren auf. Ich war sofort überzeugt, weil mir die Sache mit den Kohlen schon immer verdächtig war. Also kaufte ich für viel Geld einen guten Motor und einen tollen Regler von GM. Das war es, was für eine Leistungssteigerung! Nie wieder Bürstenmotoren! Im Ernst: Wer einmal einen (guten) bürstenlosen Antrieb gefahren ist, macht es darunter nicht mehr. Endlich war der Losi angemessen motorisiert. Und er kam damit prima klar.

    Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, musste ich bei meinem LRP Shark 18 auf die teure Tour erfahren. Der war ein eBay-Schnäppchen und gut vorgetunt. Bis auf die Antriebskomponenten, die auf den schwachen Bürstenantrieb ausgelegt waren. Es dauerte wenige Minuten, bis der nachgekaufte Bürstenlose die erste Antriebsachse einfach abgedreht hatte. Die zweite folgte kurz darauf. Die Dinger waren aus ziemlich flexiblem Kunststoff gefertigt und das hohe Drehmoment (ohne Rutschkupplung als Begrenzer dazwischen) hat die einfach so weit verformt, dass sie an der gleichen Stelle einfach aufgaben. Also habe ich Metallantriebswellen beschafft, die echt teuer waren. Wenige Minuten später gab das erste Differenzial auf. Zack, durch, gleiches Problem. Die Alu-Differenziale waren vergleichsweise günstig, aber als nächstes waren die vorderen Radträger dran, deren Alu-Ersatz war schmerzhaft teuer. Ich habe dann auf weitere Experimente verzichtet, auch weil ich umzog und kaum noch zum Fahren kam.

    Was lernen wir? Die Einsteigervarianten von guten Modellen sind noch heute teilweise mit veralteter Bürstentechnik im Verkauf. Das spart Geld bei Regler und Motor, vor allem aber wird mitunter deutlich bei den Antriebsteilen gespart. Im Verkauf liegen die 50 bis 100 Euro unter ihren bürstenlosen Varianten. Wenn ich eins gelernt habe aus meiner Geschichte, dann dass man diesen Aufpreis bezahlt. Immer und ohne weitere Fragen. Macht man das nicht, kommt der Hunger beim Essen und man zahlt viel mehr für die ganzen Tuningmaßnahmen, als diesen vergleichsweise geringen Aufpreis. Alleine ein angemessener Regler plus Motor übersteigt schon den Aufpreis, die besseren Antriebsteile hat man dann aber noch immer nicht drin.

    Man kann das schon in den Werbevideos der Hersteller sehen, wenn man genau darauf achtet: Die Modelle mit Bürstenantrieb sind viel weniger brachial in ihrem Fahrverhalten. Aber genau diese brachiale Entfaltung viel zu hoher Leistung will man haben, früher oder später.

    Bei den bürstenlosen RTR-Modellen gehen einige Hersteller inzwischen einen guten Weg: Im Karton liegt ein 6-Zellen-NiMH-Akku, manchmal auch einer mit sieben Zellen. Der ist okay und wenn man es schneller haben will, steigt man erst auf 2S-LiPos um und dann auf 3S. Die Antriebsteile sind dann darauf schon ausgelegt und es kommt kein Frust auf. So muss das. Diese LiPos waren übrigens die zweite Revolution nach den bürstenlosen Motoren. Die maximal abzugebende Leistung ist damit viel höher als selbst bei guten NiMH-Akkus, zudem ist die Energiediche weit höher. Genau was man braucht, wenn man flott von der Stelle kommen will. Aktuelle größere Modelle operieren mit 6S, also mit 22,6 Volt. Das mit NiMH wären 18 Zellen, die man unterkriegen und mitschleppen muss, von der dennoch um Welten geringeren Leistungsabgabe ganz zu schweigen.

    Wenn ich da an die miesen NiCd-AA-Zellen meiner Kondheit denke, lächle ich milde, ziehe am Gashebel und sehe meine Karre im Sonnenuntergang verschwinden. Auf gerader und ebener Strecke kann man mal mehr als eine Sekunde Vollgas geben. Könnte ich das meinem Kindheits-Ich erzählen… Das hatte einmal, als es noch im Fahrradkindersitz umhergefahren wurde, neben dem Campingplatz hier in Baumberg mit sehr großen Augen ein echtes Rennen mit richtigen ferngesteuerten Autos gesehen. Das hat sein Leben verändert. Kurz darauf schloss die Strecke und erst 30 Jahre später lüftete sich mir das Geheimnis, dass die bloß nach Berghausen umgezogen waren. Hätte ich das gewusst! Aber woher ohne Internet und ohne Kontakte zur Szene? Aber bei diesem einen Rennen war mir sofort sonnenklar, dass ich, wenn ich groß bin, auch sowas haben und machen will. Mein späteres intensivstes Katalog- und Preislistenstudium führte mir allerdings schnell vor Augen, dass ich als Grundschulkind noch sehr lange nicht groß genug dafür war. Bis in meine 20er hinein hatte ich für mein geringes Budget jedenfalls ganz andere Prioritäten.


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    In erster Linie als Notiz für mich schreibe ich kurz nieder, was mir in letzter Zeit mit Hyper-V-Virtualisierung passiert ist.

    tl;dr: Im Ergebnis ist alles gut.

    Homeserver umgezogen

    Mein Windows-Homeserver-2011 ist in die Jahre gekommen und er hat auch kein Hyper-V. Ich möchte ihn aber nicht aufgeben, weil die Clientcomputersicherung eine feine und bequeme Sache ist und ich noch keinen wirklichen Ersatz gefunden habe. Auf der Maschine lief auch eine Ubuntu-Server-VM in VirtualBox, das ich die letzten Jahre mit Tricks als Dienst (ohne Login am Rechner) betrieben hatte. Das ist an sich eine eher wackelige Konstruktion, lief aber eigentlich immer gut. Nun wollte ich aber einen Ubuntu-Desktop als Entwicklungsmaschine aufsetzen, damit ich auch von unterwegs auf mein phpStorm zugreifen kann und dieses zudem lokal auf die Dateien im Webroot. Bislang lief phpStorm lokal auf meinem Rechner im Arbeitszimmer und griff über SMB auf die Dateien auf dem Entwicklungsserver zu. Das war nervig langsam und wenn ich aus dem Büro da dran wollte, musste zuhause der Rechner laufen.

    Der neue Plan lautete also: Installiere ein Ubuntu 18.04 in eine VM und darauf den ganzen Entwicklungskram und phpStorm, worauf ich dann über eine Remotedesktoplösung zugreife. Diese VM sollte aber vorzugsweise nicht auf dem veralteten Windows-Homeserver-2011 in Frickellösungen laufen, sondern in einem sauberen Hypervisor, der direkt auf der Hardware läuft und parallel den Homeserver in einer anderen VM unterbringt. Der Hyper-V-Server 2016 drängte sich da förmlich auf. Die Installation geht schnell, aber mangels grafischer Oberfläche muss man von einem Windows-Client aus das Hyper-V verwalten. Ohne Domäne bzw. Active Directory ist das gar nicht so leicht, letztlich half mir diese Anleitung hier.

    Im Ergebnis habe ich jetzt einen leichtfüßigen Windows-Server, der nur als Hypervisor arbeitet. Und darin kann ich beliebig viele VMs anlegen. Cool. Ach ja: Ubuntu 18.04 hat ein paar Neuerungen, die echt lästig sind und die zuvor schonmal besser liefen. Erstaunlich. Letztlich arbeite ich jetzt mit X2Go und hole mir das Fenster von phpStorm direkt als Windows-Fenster rüber, also ohne Linux-Desktop in einem Fenster und darin dann phpStorm. Linux ist, was Remitearbeit angeht, echt weiter von RDP unter Windows entfernt, als jemals zuvor. Denn Microsoft hat das echt im Griff, das funktioniert flüssig und gut. X2Go ist auf meinem 4K-Bildschirm etwas unscharf, aber läuft sonst prima.

    Nächstes Projekt: Einen Hyper-V-Wirt von Intel auf AMD umziehen

    An anderer Stelle musste ein Windows-Server 2012 R2 aufgebohrt werden, weil er neuerdings sich selber (vorwiegend Dateisienste und eine sehr große PostgresSQL Datenbank) und zwei statt zuvor nur einer dicken Windows-10-Desktop-VM stemmen muss. Also weg mit dem Intel Core-i5-Vierkerner aus der 4. Generation und her mit dem AMD Ryzen 2700X mit acht Kernen, 16 Threads und dazu 32GB Arbeitsspeicher. Das sollte reichen. So viele Threads liefert Intel nur in absurd viel teuer und Spectre habe ich nicht ganz vergessen. Also AMD. Image von der System-SSD gemacht, Teile getauscht, Image auf die neue SSD eingespielt, gestartet, läuft auf Anhieb. Sehr cool. Also weg mit den Intel-Treiberresten und her mit den AMD-Treibern. Alles soweit keine Herausforderung, hat etwa zwei Stunden gedauert, wobei die Imagehantiererei fast die gesamte Zeit in Anspruch genommen hat. Alles hätte gut sein können: Aufräumen, nach Hause fahren, das Leben genießen.

    Doch dann: In den Hyper-V-Gästen läuft keine 32-Software mehr. Also gar nicht, es passiert einfach nichts, wenn man sie startet. Ach so: Die Windows Problemberichterstattung öffnet einen Thread im Taskmamager, der sich aber nicht zeigt. Man kann dann dabei zusehen, wie von diesem Threads mehrere pro Sekunde spawnen. Aber sonst passiert nichts. Das Internet war nicht hilfreich, scheinbar ist das noch niemandem passiert. Was übrigens nicht half, war Hyper-V zu deinstallieren und neu aufsetzen, dann die Images der alten VMs an frische VMs anzubinden. Die VMs waren auch nicht kaputtgegangen, denn testweise auf einen Intel-Desktop gezogen und dort gestartet lief alles unauffällig. Auch testweise in VirtualBox gestartet lief alles unauffällig. Im Internet hatte ich bei einem ganz anderen Problem einen Screenshot gesehen mit einem Schalter "Zu einem physischen Computer mit einer anderen Prozessorversion migrieren". Klingt nicht schlecht, aber dieser Schalter war im Hyper-V von 2012 R2 nicht mehr an der Stelle wie im Screenshot von 2008 zu finden. Also dachte ich naiverweise, dass Microsoft auf den Trichter gekommen ist, dass man den nicht braucht, denn andere Virtualisierungslösungen brauchen sowas auch nicht und mir ist auch nicht klar, was er bewirkt. Immerhin habe ich Hyper-V frisch installiert und die VMs frisch aufgesetzt und nur die Images übernommen. Was macht dieser Schalter also magisches? Aber sei es drum, der Schalter ist bloß in ein Untermenü gerutscht und wenn man den setzt, ist alles wieder gut.

    So werden aus zwei flotten Stündchen dann zehn sehr quälende. Denn das alles muss man ja erstmal herausfinden, verstehen und ganz viel herumprobieren. Und ganz ehrlich: Eigentlich virtualisiert man Systeme, damit genau sowas nicht passiert. Dass man zwischen Intel und AMD wegen abweichender Virtualisierungsfeatures keine Livemigrationen fahren kann, ist nachvollziehbar. Aber dass man einen Schalter braucht, wenn man eine VM offline auf einen anderen Wirt umzieht, ist alles andere als Nachvollziehbar.

    Ist Hyper-V also doof? Eigentlich nicht, denn letztlich ist es übersichtlich und funktioniert hervorragend.

    Ist AMD doof? Nö. Die VMs rennen jetzt dermaßen flott, dass es eine Freude ist. Und das auf einem Prozessor der 300-Euro-Klasse. Dazu nochmal 300 Euro für schön viel schnellen Speicher, rund 100 Euro für das Board, nochmal 300 Euro für eine schöne große NVMe-SSD und leider eine Grafikkarte, die nichts anderes tut, als den Rechner booten zu lassen und sonst nur Strom zu verbrauchen. Dass AMD bei den größeren Ryzen keine Grafikeinheit einbaut, nervt echt ziemlich. Bei dem Budget hat man bei Intel gerade erst den Prozessor gekauft, wenn überhaupt. Hatte ich erwähnt, dass diese acht Kerne wirklich ziemlich flott sind, wobei ich jeder VM 8GB Speicher und vier von den 16 Threads spendiert habe. Und wem das nicht reicht, der kann sich ja einen Threadripper hinstellen, noch mehr Speicher reinpacken und noch viel mehr VMs betreiben. Und dabei immer noch überschaubar im Preis bleiben (aktuell rund 900€ für 16 Kerne und 1800 für 32 Kerne, also 64 Threads). In Kürze kommen aber auch bei Intel acht Kerne und 16 Threads in der Consumerplattform, dann werden die Karten neu gemischt, vor allem weil Intel eine Grafikeinheit mitbringt. Da muss man nur aufpassen, keinen Intel-Netzwerkchip auf dem Board zu haben, für den es offiziell keine Servertreiber gibt. Das ist nämlich ein blödes Gefummel, die Treiber auf den Server zu bringen, ganz besonders, wenn man keine grafische Oberfläche hat. Mit den Reaktek-Chips gibt es kein Gefummel, die erkennt der Windows Server einfach und gut ist.